Berliner Social-Media-Bürgermeister

veröffentlicht am 2. September 2011 von Martin

In gut zwei Wochen wird in der Hauptstadt ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Laut neuesten Umfragen führt die SPD um den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit mit 30%. Dahinter dann ein Kopf an Kopf-Rennen von CDU und Grünen um den zweiten Platz. Die LINKE. ist eingebrochen und liegt bei 11%, die FDP schafft es wohl nicht wieder ins Landesparlament. Spannend wird es zudem, ob eine sechste oder vielleicht sogar siebte Partei die 5%-Hürde überwinden kann. Die meisten Chancen werden derzeit der Piratenpartei und Die FREIHEIT eingeräumt.

Geht man nach den Präferenzen in den sozialen Netzwerken, dann würde die Piratenpartei Berlin die Wahl gewinnen. Pluragraph.de präsentiert das:

Social-Media-Ranking zur Abgeordnetenhauswahl

# Name Pluragraph-Wert
1. Piratenpartei Berlin 4.494
2. Bündnis90/Die Grünen Berlin 3.117
3. SPD Berlin 3.055
4. FDP Berlin 1.846
5. Die LINKE. Berlin 1.368
6. CDU Berlin 956
7. Bürgerbewegung Pro Deutschland - Berlin 693
8. Die PARTEI Berlin 564
9. BIG Partei Berlin 485
10. NPD Berlin 116

Wie sich der Pluragraph-Wert errechnet und welche Datenbasis hinter dem Ranking steckt, lesen Sie hier.

Nicht ganz überraschend führt die Piratenpartei die Top 10 an. Ihre Wähler sind jung, online-affin und sehr aktiv in den sozialen Netzwerken. Überraschend Platz 2 der Grünen und das schlechte Abschneiden der zweitstärksten Kraft in Berlin, der CDU. Nur Platz 6 für die Christdemokraten.

22 Parteien haben erfolgreich Wahlvorschläge eingereicht, davon treten 18 auch berlinweit an. Von den 17 Kleinparteien sind insbesondere die „rechtskonservativen“ Parteien sehr stark auf den Web 2.0-Plattformen aktiv. Unter den Top 10 finden sich u.a. Pro Deutschland und die NPD. Zudem nutzt Die FREIHEIT Ihre Bundesprofile für den Berliner Wahlkampf. Da an dieser Stelle aber nur Berliner Profile betrachtet wurden, taucht sie trotz vieler Fans nicht in den Top 10 auf. Mit einem Pluragraphwert von 6042 würde sie sogar noch vor der Piratenpartei auf Platz 1 liegen.

Da Wahlen bekanntermaßen in den letzten zwei Wochen gewonnen werden, ist die Zuwachsrate z.B. der Facebook-Fans ein gutes Indiz für das Wahlergebnis am 18. September. Hier liegen Die PARTEI (57,5% / 136 Fans), die BIG Partei (35,8% / 217 Fans) und die Piratenpartei (11,5% / 792 Fans) vorne. Bei diesem Wachstum, dass sich auf die letzten 7 Tage bezieht, ist davon auszugehen, dass diese Parteien die aktuellen Umfragewerte am Ende noch übertreffen werden.

Interessant ist zudem noch ein Blick auf die Fanbasis der Spitzenkandidaten bei Facebook. Wer wird Regierender Social Media-Bürgermeister von Berlin?

Renate Künast
B90/Die Grünen
8.130 Fans
Klaus Wowereit
SPD
7.444 Fans
Martin Sonneborn
Die PARTEI
2.771 Fans
Frank Henkel
CDU
2.686 Fans
René Stadtkewitz
DIE FREIHEIT
1.483 Fans
Wolfgang Rogalski
ddp
922 Fans
Christoph Meyer
FDP
685 Fans
Harald Wolf
Die LINKE.
308 Fans
Manfred Rouhs
Bürgerbewegung Pro Deutschland
101 Fans

Die Facebookcharts sehen Renate Künast knapp vorne, vor Klaus Wowereit und den Parteivorsitzenden von Die PARTEI, Martin Sonneborn. Hinter Frank Henkel folgen dann schon der Spitzenkandidat von DIE FREIHEIT, René Stadtkewitz und ddp-Frontmann Wolfgang Rogalski. Martin Sonneborn hat mehr Fans als die Spitzenkandidaten von FDP und Die LINKE. zusammen.

Folgende Spitzenkandidaten besitzen keine eigene auswertbare Facebook-Fanseite und konnten deshalb im Ranking nicht berücksichtigt werden: Sabrina Bacholke (Tierschutzpartei), Andreas Baum (Piratenpartei), Andreas Corinth (Deutsche Konservative Partei), Alice Grinda (Bergpartei, die Überpartei), Ismet Misirlioglu (BIG Partei), Ronny Palm (APPD), Rainer Perschewski (Deutsche Kommunistische Partei), Ulrich Rippert (Partei für Soziale Gerechtigkeit), Christian Schantz (ödp), Stefan Tolksdorf (Bürgerrechtsbewegung Solidarität) und Udo Voigt (NPD).

Fazit: Ginge es nach dem Social Web, würde Renate Künast Regierende Bürgermeisterin in einer Koalition mit der Piratenpartei. Diese Stärke von Grünen und der Piratenpartei im Netz wird auch durch die aktuellen Ergebnisse einer Studie zum Berliner Online-Wahlkampf von politik-digital.de bestätigt.

Insgesamt erscheinen die Mobilisierungseffekte im Web 2.0 aber noch ausbaufähig. Gerade von einer Partei, wie den Grünen, die explizit einen Online-Wahlkampf 2.0 ausgerufen hatten und über knapp 5000 Mitglieder in der Hauptstadt verfügt, hätte man noch höhere Fanzahlen erwartet.

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