Bundesländer in den sozialen Netzen – Best Practice Saarland

veröffentlicht am 27. Januar 2012 von Jona

Alle Bundesländer sind mittlerweile auf die ein oder andere Weise dabei, ihre Präsenz auch in sozialen Medien aufzubauen. Hinzu kommen über 500 Kommunen und Landkreise mit eigenen Social-Media-Aktivitäten.

Das kleinste Flächenbundesland Deutschlands, das Saarland, ist dabei mit seinen Aktionen ganz vorne mit dabei. Mit über 25.000 Fans auf Facebook und einigen anderen Profilen in sozialen Netzwerken kommt es auf Platz 3 im quantitativen Ranking auf Pluragraph.de. Aber auch die Interaktionsraten und die Kombination der verschiedenen Auftritte funktioniert. Das Saarland macht vor, wie Bundesländer die neuen Medien/Kanäle erfolgreich zur Kommunikation mit ihren Bürgern nutzen können.

Gestartet ist das Saarland 2010 und hat seit dem Schritt für Schritt das Social-Media-Feld beschritten. Vor allem bei Twitter, YouTube und Facebook wurden jeweils Accounts geschaffen, welche zentral durch die Saarland Öffentlichkeitsarbeit der Staatskanzlei verwaltet werden.

Wir haben mit Wolfgang Tauchert, Referatsleiter Konzeption, Neue Medien, Social Media und Internet von der saarländischen Staatskanzlei gesprochen und ihn zu den saarländischen Social-Media-Aktivitäten befragt.

Ziele & Zielgruppen

Hauptziel der Aktivitäten ist es, "zu interagieren und zu kommunizieren". Der Informationsfluss soll dabei genauso gesteigert werden, wie die Identifizierung mit der Region. Inhalte können hier dynamischer vernetzt werden. Meinungen und Beiträge können so auch einmal von externer Seite eingeholt werden.

Die Ziele sind dabei abhängig von den einzelnen Netzwerken und Accounts. Neben den zentralen Profilen entstanden in den letzten zwei Jahren auch weitere themenbezogene Accounts, die spezielle Zielgruppen ansprechen.

Die allgemeine saarländische Fanpage bei Facebook ist dabei der Ort, an dem sich möglichst viele Menschen über das Saarland austauschen können und sich ein Bild machen können über die "Vorzüge und Schönheiten des Landes".

Einbindung der Netzwerke

Das Saarland startete zunächst auf Twitter und Youtube, nach deren erfolgreichen Einführung kam die Facebook-Seite hinzu. Als nächstes startet die aktive Nutzung von flickr (Bilderdatenbank) und eine Präsenz in Google+.

Besonders im Vergleich zu den anderen Bundesländern ist die starke Einbindung auf der Internetseite Saarland.de. Diese bekam ein "Facelifting" und bindet soziale Medien direkt mit ein. "Die Aktivitäten in den neuen Netzwerken sollten nicht wie auf einer Insel ablaufen, sondern mit der Informationsplattform des Saarlandes verschmelzen" so Wolfgang Tauchert. Auf der Startseite werden automatisch alle Posts der Saarland-Accounts generiert und verknüpft. Auf der personalisierten, neuen Seite von "Mein Saarland" kann ein Nutzer u.a. auswählen, welche Social Netzwerksbereiche dort live erscheinen sollen.

Während es auf allen Seiten eine "Teilen"-Funktion gibt, hat sich das Bundesland aus Datenschutzgründen gegen den „Like-Button“ und die Einbindung externen Quellcodes entschieden.

Inhalte

Auf den Saarland-Accounts dreht sich alles um den Austausch von Themen rund um das Saarland. "Bei Twitter zum Beispiel werden Veranstaltungstipps aus dem ganzen Land gegeben, bunte Themen wie auch interessante Infos aus verschiedenen Szenen wie Hochschulen, Wissenschaft, Forschung oder auch aus Gemeinden, aus der Kultur, undundund."

Speziellere Themen werden dann auf den Accounts der Ministerien gepostet, so zum Beispiel dem Account des Wirtschaftsministeriums, der Großregion SaarLorLux oder des Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz.

Auch wenn politische Themen von Zeit zu Zeit vorkommen, ist die Erfahrung der Staatskanzlei, dass „streng politische Themen" auf den allgemeinen Accounts nicht sehr nachgefragt werden.

Interne Abläufe


Wolfgang Tauchert ist Referatsleiter Konzeption, Neue Medien und Internet in der saarländischen Staatskanzlei
Die Betreuung der Profile findet innerhalb der Verwaltung statt und ist auf verschiedene Personen verteilt. Für besondere Aktionen wird ein externer Dienstleister hinzugezogen. Auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) legt großen Wert auf Aktivitäten in den sozialen Netzwerken und verfügt über eigene Accounts.

Für den Facebook-Bereich existiert ein redaktioneller Wochenplan mit regelmäßig wiederkehrenden Inhalten wie Umfragen, Veranstaltungstipps oder Rätseln. Wichtige Inhalte von Saarland.de werden bei Bedarf vernetzt. Videos werden von Landespressekonferenzen erstellt, auf Youtube geladen und mit den Netzwerken bzw. den Internetseiten verknüpft. Vorbereitung

Vor dem ersten Einsatz wurden für einige Kollegen aus den Ressorts Workshops durchgeführt, um einen fundierten Überblick über die Szene zu erhalten. Mittlerweile existiert eine Social-Media-Redaktionsgruppe aller Ministerien unter der Federführung der Staatskanzlei.

Und wie sieht die Zukunft aus? "Vorstellbar ist in Zukunft, dass zum Beispiel über den Nachrichtenkanal Twitter spezielle saarländische Themenkanäle geschaffen werden, die für viele Menschen einen Mehrwert bringen können." so Wolfgang Tauchert von der Staatskanzlei.

Dieser Beitrag wurde auch auf buerger-freunde.de veröffentlicht.

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