Keine neuen Unterstützer in den VZ-Netzwerken

veröffentlicht am 12. Dezember 2011 von Jona

Viele Organisationen und Parteien nutzen die Möglichkeit der Edelprofile (Profile extra für Firmen und Organisationen) um sich in den VZ-Netzwerken darzustellen. Die Piratenpartei etwa hat 53.000 Anhängern auf studiVz und meinVZ und hatte damit bis zur Berlin-Wahl dort mehr Freunde als auf Facebook und Twitter. Auch das Deutsche Rote Kreuz hatte mit über 20.000 Unterstützern dort lange Zeit die stärkste "Fanbase".

Mit dem rasanten Wachstum von Facebook sind die deutschen Netzwerke aber immer mehr in den Hintergrund gedrängt worden. In nur einem Jahr sind die Besucherzahlen um drei Viertel eingebrochen.

Lohnt sich der Gang zu dem zum Holtzbrinck-Verlag gehörenden Netzwerk für den dritten Sektor noch?

In den letzten Wochen haben die VZ-Netzwerke nun einen Relaunch angekündigt und zum Teil auch vollzogen. Dabei hat schuelerVZ mit seiner Dating-App mit zum Mobbing geeigneter "Hot or Not"-Funktion reichlich für Furore gesorgt. Ob dies den Abwärtstrend stoppen kann, kann bezweifelt werden. Nicht nur die Besucherzahlen gehen zurück, auch melden sich immer mehr Benutzer endgültig von der Plattform ab.


Wachstumsverlauf der VZ-Profile des Projektes "Soziale Netzwerke gegen Nazis" der Amadeu Antonio Stiftung

Im November haben die studiVZ/meinVZ-Edelprofile aus den Bereichen gemeinnützige Organisationen, Politik und Kultur durchschnittlich 1,13% ihrer "Freunde" verloren. Auf schuelerVZ waren es sogar 2,3% Verluste. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Verluste in erster Linie durch Abmeldungen von der Plattform Zustandekommen und nicht durch eine aktive Entscheidung gegen das Profil. Kaum ein Profil erinnerte durch neue Aktivitäten Gründe daran das Profil zu entfernen. Im selben Zeitraum gab es auch bei den inaktiven Facebook-Profilen so etwas wie ein natürliches Wachstum von etwas unter einem Prozent im Monat.


Wachstumsverlauf der meinVZ Profile des WWF und der WWF-Jugend

Auch die wenigen Organisationen die ein leichtes Wachstum verzeichnen können (wie etwa der WWF) kommen über das letzte halbe Jahr nicht auf ein positives Wachstum.

Grundsätzlich wäre eine größere Social-Media-Landschaft wünschenswert in der auch europäische Anbieter mitspielen. Dies gäbe hiesigen Nonprofit-Organisationen ganz andere Möglichkeiten der Kooperation. Zur Zeit gibt es aber wenig Gründe dafür noch auf die VZ-Netzwerke zu setzen. Es sei denn: Noch mehr Werbetreibende fahren ihre Aktivitäten zurück und machen Platz für prominenten Kooperationen.