Software-Lösungen im Social-Media-Management

veröffentlicht am 9. März 2012 von Jona

Seit Jahren betreuen wir Social-Media-Profile und beraten gemeinnützige Organisationen und staatliche Institutionen. Nun haben wir uns gefragt, mit welchen Tools Firmen und NGOs eigentlich arbeiten. Ähnlich wie beim Thema Social-Media-Monitoring gibt es hier große Unterschiede. Auf der einen Seite gibt es teure Software für große Firmen und Agenturen, auf der anderen Seite kleine kostenlose Tools mit beschränkter Funktionalität.

In der Regel ist es möglich, die Social-Media-Accounts direkt auf der jeweiligen Plattform wie Facebook, Twitter und Co zu managen. Jedoch gibt es hier einige Einschränkungen, insbesondere was die Benutzung der Accounts mit mehreren Mitarbeitern betrifft:

  • Beiträge können nicht unterschiedlichen Mitarbeitern zugeordnet werden
  • Beiträge können nicht vorgeschrieben und in der Zukunft veröffentlicht werden
  • Eine Abnahme von Beiträgen ist nicht möglich…

Von wem werden ihre Profile betreut?

Zudem sind die Verwaltungstools der sozialen Netzwerke ganz unterschiedlich in der Bedienung und funktionieren immer nur für einen einzelnen Account.

Wir haben eine kleine nicht-repräsentative Umfrage gemacht. Von den 42 Teilnehmern kamen etwas mehr als die Hälfte auf NGOs, 20% aus Firmen und ein paar Teilnehmer arbeiten für staatliche Institutionen oder einzelne Projekte. Fast alle Teilnehmer arbeiten in einer hauptamtlichen Struktur, die Hälfte der Organisationen hat mehr als 50 Mitarbeiter.

Facebook ist dabei das klare Hauptnetzwerk der Teilnehmer, dicht gefolgt von Twitter. Aber auch Google+ wird schon von über 20 Organisationen genutzt. Die VZ-Netzwerke spielen hingegen kaum mehr eine Rolle.

Im Durchschnitt haben drei Kollegen Zugriff auf die Profile und sind auch berechtigt eigene Beiträge zu posten. Einen richtigen Abnahmeprozess gibt es bei 20% der Social-Media-Beauftragten

Planung

Wie weit im Voraus werden einzelne Beiträge geplant?

Die Planung neuer Beiträge wird überwiegend mit eigenen Mitteln durchgeführt. Diese können von einer Person alleine getätigt oder kollaborativ genutzt werden. Ein Drittel verwenden Textdateien oder Zettel und Stift, ein Drittel geben an mit geteilten Dokumenten oder Kalendern zu arbeiten.

Hinzu kommen etwa 20% die ihre Beiträge nicht im Voraus planen. Jeder fünfte Befragte entscheidet also situativ was und vor allem mit welchem Ziel er gerade postet.

Lediglich ein paar Organisationen nutzen spezielle Software. Hierfür werden TweetDeck, HootSuite, SocialBro & CoTweet verwendet. Auch wenn Dienste wie TweetDeck einige Facebook-Funktionen anbieten konzentrieren sich alle genannten Dienste auf Twitter.

Posting

Welche Software nutzen Sie zum posten neuer Beiträge? An erster Stelle stehen die Platformen wie Facebook, Twitter und Co selber. Insbesondere auf Facebook wird nur selten mit extern Werkzeugen gepostet.

Die Software-Auswahl zum posten der Beiträge ist umfangreicher. Hier werden nicht mal in der Hälfte aller Fälle die Websites der einzelnen Social-Media-Dienste genommen. Insbesondere Twitter wird hauptsächlich von TweetDeck, HootSuite & CoTweet gesteuert. Bedauerlicherweise wird die kostenlose Version von CoTweet eingestellt.

Zusätzlich werden verschiedene kostenpflichtige Tools verwendet (jeweils eine Organisation): Wildfire, SproutSocial, dlvr.it, twitterfeed, radian6 und echofon. Sogar ein eigenes Perl-Script kommt zum Einsatz.

Zufriedenheit

Gefragt nach der Zufriedenheit zeigt sich, dass ein Drittel Handlungsbedarf am eigenen Setup sieht, ein anderes Drittel nicht zufrieden ist, aber auch keinen Handlungsbedarf sieht und das letzte Drittel zufrieden bis sehr zufrieden ist. Mehr als zwei Drittel aller Befragten wünscht sich also (insgeheim) bessere Lösungen für das Social-Media-Management ihrer Organisation, der Markt bietet dies aber bisher nicht.

Dabei ist die Zufriedenheit mit der Planung und Auswertung deutlich geringer als mit dem Posting-Prozess selber. Dieser wird von den Plattformen zufriedenstellend ermöglicht. Während das Setup bei Twitter insgesamt gut ist, fehlt den Teilnehmenden eine einfache Bearbeitungsmöglichkeit bei Facebook. Gewünscht werden Planungstools und eine einfachere Nachvollziehbarkeit wer etwas gepostet hat.

Bei der Auswertung auf den Plattformen ist niemand zufrieden, es gibt aber auch wenige Organisationen die ganz unglücklich sind. Aus den Einzelrückmeldungen geht hervor, dass die Möglichkeiten gut sind, aber der Zeitaufwand noch zu hoch ist.

Fazit

Tools die eine Planung auch von Facebook-Postings anbieten, haben sich auf dem deutschen Markt noch nicht etabliert, bzw. sind zu teuer. Eine ordentliche Linkvorschau wird erst bei den teureren Tools geboten. Zudem genügt es nicht mehr ein Tool für eine Plattform anzubieten.

Auch wenn es hier um soziale Medien geht, ist die kollaborative Bearbeitung noch schwierig. Die Plattformen bieten zwar die Möglichkeit mehrerer Autoren, gemeinsam arbeiten können diese nicht. Oft ist nicht nachvollziehbar wer gerade etwas geschrieben hat. Hierarchische Organisationen bei denen ein Beitrag noch einmal z.B. vom Pressesprecher abgenommen werden muss, haben zur Zeit kein brauchbares Tool um den Abstimmungsprozess zu vereinfachen und somit zu beschleunigen.

Insgesamt zeigt sich ein Bild in dem bei den Tools im Social-Media-Management noch wenig Wert auf Planung und Gruppenfunktionen gelegt wird. Hier würde ein geeignetes Tool auch dazu beitragen das Social-Media-Management zu professionalisieren. Das umfangreiche Feedback auf unsere Umfrage hat uns sehr gefreut und unsere eigenen Erfahrungen zum Teil bestätigt. Vielleicht können wir ja einen Teilbereich der gewünschten Funktionen zur Planung und Auswertung, mit Pluragraph oder einer eigenen Software, in Zukunft abdecken. In jedem Fall werden wir das Feedback in unsere künftige Planung mit aufnehmen. Weitere Anregungen und Hinweise sind immer willkommen.

Pluragraph

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Weitere Informationen finden Sie bei uns im Profil von Pluragraph oder direkt auf der Webseite pluragraph.de.